Richtig trinken: Warum Wasser so wichtig ist

Die Deutschen trinken insgesamt viel zu wenig, das wurde schon in mehreren Studien belegt. Dabei ist Wasser für uns überlebenswichtig: Allgemein geschätzt kann der Mensch höchstens 3 Tage ohne Flüssigkeitsaufnahme auskommen. Also erst mal ein Glas trinken und dann weiterlesen. Das eigene Trinkverhalten zu kennen und zu ändern ist leichter als gedacht. 

 

Warum ist trinken so wichtig?

Der menschliche Körper besteht zu ca. 60 % aus Wasser. Was Sie wissen sollten: Über den Tag verteilt verlieren Sie so einiges an Flüssigkeit: über Schweiß, Urin und sogar unseren Atem. Somit müssen Sie regelmäßig und ausreichend Wasser aufnehmen, damit der Körper gut versorgt ist. 

Trinken ist vor allem wichtig für folgende Faktoren:

Eine gesunde Körperfunktion

Krankheitserreger haben es besonders leicht durch ausgetrocknete Schleimhäute zu kommen. Wer zu wenig trinkt, gewährt Viren und Bakterien Einlass. Auch Ihre Nieren brauchen viel Flüssigkeit. Sie sind wichtige Entgiftungsorgane, durch die Schadstoffe ständig ausgeschieden werden. Stellen Sie sich einfach bei jedem Glas Wasser mal vor, wie Sie Ihre Nieren so richtig schön durchspülen und die Giftstoffe aus ihnen hinausspülen. Auch das Gehirn benötigt eine gute Wasserversorgung. Ihr Blut, das zum größten Teil aus Wasser besteht, transportiert wertvolle Nährstoffe im Hirn von A nach B.

Eine geregelte Körpertemperatur

Da Ihr Körper über Schweiß besonders viel an Flüssigkeit verliert, müssen Sie ihm diese dann auch wieder zurückgeben. Der Schweiß dient dazu, Ihre Muskulatur bei Überhitzung abzukühlen und überschüssige Wärme abzugeben. Ihr Körper behält somit eine konstante Temperatur von 37 °C.

Eine frische Haut, schöne Nägel und tolle Haare

Auch für Ihr Erscheinungsbild ist ein gutes Trinkverhalten wichtig. Wasser versorgt Ihre Zellen im Gewebe mit guten Nährstoffen. Ihre Haut bleibt länger glatt und elastisch. Außerdem stärkt es Ihre Nägel und Ihre Haare bekommen mehr Kraft und Glanz.

 

Wie viel Flüssigkeit braucht Ihr Körper täglich?

Bei einem gesunden erwachsenen Menschen liegt der tägliche Flüssigkeitsbedarf zwischen 1,5 und 2 Liter. Dabei sind vor allem alkoholfreie und ungesüßte Getränke gemeint (Wasser, Tees, Schorlen mit geringem Saftanteil). Eine genau Empfehlung zeigt die Ernährungspyramide oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Wichtig: Der Wasserbedarf ist individuell und unterscheidet sich von Person zu Person. Er ist abhängig vom gesundheitlichen Zustand, vom Alter, der Ernährung und dem täglichen Energieumsatz.

Welche Faktoren beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt?

1. Krankheit

Wenn Sie krank sind, schwitzen Sie mehr als üblich. Vor allem, wenn Sie Fieber haben: Ihr Körper erhitzt sich dann viel schneller. Leiden Sie an Durchfall oder Erbrechen, verlieren Sie dabei extrem viel Flüssigkeit. Deshalb ist es besonders wichtig, bei Krankheit immer viel zu trinken. Auch wenn Sie Medikamente nehmen, braucht Ihr Körper zur Verarbeitung dieser ausreichend Wasser.

2. Alter

Ein Kleinkind braucht weniger Wasser als ein erwachsener Mensch. Erst ab 15 Jahren sollte man mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken. Senioren liegen mit dem Mindestwert leicht drunter: Sie brauchen täglich zwischen 1,3 und 1,5 Liter. Trotzdem sollte man im Alter besonders achtgeben. Das Durstgefühl wird schwächer, es kann also passieren, dass man viel zu wenig trinkt und die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Dazu können Krankheitsbilder wie Demenz, generelle Schwäche, Verwirrtheitszustände, Lethargie oder Krampfanfälle gehören.

3. Ernährung

Zu einer guten Ernährung zählt neben einem gesunden Trinkverhalten auch viel Obst und Gemüse. Sie enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe und zudem decken Sie sogar einen kleinen Teil Ihres Wasserbedarfs ab. Gehören Sie auch zu den Menschen, die ihr Essen gern salzig mögen? Dann ist es umso wichtiger, dass Sie dementsprechend ausreichend Wasser trinken, denn Kochsalz entzieht dem Körper Flüssigkeit. Eine gewisse Menge an Salz brauchen Sie zwar auch zum Überleben, aber zu viel davon kann Krankheiten fördern. Das wären beispielsweise: Herzprobleme, Wassereinlagerungen (Ödeme) oder zu hoher Blutdruck.

4. Sport

Ob Sie nun Hochleistungssport treiben oder bloß ab und zu ins Fitnessstudio gehen: Sport ist schweißtreibend und macht durstig. Trinken Sie genügend und hören Sie auf Ihren Körper. Je mehr Sport Sie treiben, desto mehr Flüssigkeit brauchen Sie. Als Profi-Sportler oder Profi-Sportlerin ist es besonders wichtig, dass Sie genug trinken. Halten Sie sich Ihre Trinkflasche immer bereit.

5. Klima

Leben Sie in einem Land, in dem es besonders heiß ist, sollten Sie noch bewusster auf Ihr Trinkverhalten achten. Ihr Körper neigt viel eher dazu, „auszutrocknen“, deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie ständig ausreichend hydriert sind. 

 

5 Tipps: So trinken Sie automatisch mehr Wasser

Die TK-Trinkstudie verrät, dass Frauen im Vergleich zu Männern weniger trinken. Dabei geben 77 % an, es einfach zu vergessen. Keine Zeit haben 56 % und sogar 17 % ist der Toilettengang danach schlichtweg zu aufwendig. Auch die Männer trinken im Durchschnitt immer noch zu wenig. Es ist also wichtig, das Trinken stärker in Ihren Alltag zu integrieren.

1. Den Tag mit einem großen Glas Wasser starten

Noch bevor Sie frühstücken, trinken Sie am besten Wasser. So bringen Sie Ihre komplette Körperfunktion in Schwung und bilden eine gute Grundlage für den ganzen Tag. Sie können Ihr Wasser auch mit einem Spritzer frischgepresster Zitrone verfeinern. Die darin enthaltenen Vitalstoffe wie Vitamin C und Kalium sind gut für Ihre Vitalität.

Gut zu wissen: Oft wird Durst mit Hunger verwechselt. Das heißt: Wenn der Magen knurrt oder er sich zusammenzieht, braucht er manchmal einfach nur Wasser. Probieren Sie es doch mal: Beim nächsten Hungergefühl erst mal ein Glas Wasser, dann sehen Sie, was Ihr Körper Ihnen signalisieren wollte.

2. Persönlicher Reminder

Für die Menschen, die das Trinken oft vergessen, gibt es kleine Erinnerungshilfen, wie Klebezettel. Gut sichtbar angebracht, helfen Sie an das nächste Glas Wasser zu denken.

3. Eine Trink-App

Falls Zettel nichts für Sie sind, laden Sie sich eine Trink-App auf Ihr Smartphone. Ein persönlicher Trink-Timer erinnert Sie dann regelmäßig daran, etwas zu trinken. Am besten zu jeder vollen Stunde – und schon erfüllen Sie Ihren Tagesbedarf.

4. Die Wasserflasche immer in Ihrer Nähe

Stellen Sie Ihre Flasche Wasser direkt neben sich bzw. haben Sie diese ständig in Ihrer Tasche dabei. Statt Plastikflaschen eignen sich BPA-freie TrinkflaschenWerbung oder Flaschen aus GlasWerbung. Sie können sie immer wiederverwenden. Nehmen Sie sich vor, Ihre Flasche mindestens zwei Mal am Tag aufzufüllen – und natürlich auszutrinken.

5. Achten Sie auf sich

Ihr Körper spricht mit Ihnen: Achten Sie auf die inneren Zeichen und hören Sie genau hin. Wenn Sie durstig sind, sollten Sie etwas trinken – auch wenn Sie meinen, das passt gerade nicht oder Sie haben dafür jetzt keine Zeit. Trinken Sie, es steigert auch Ihre Leistungsfähigkeit. 

 

Was passiert, wenn Sie zu wenig trinken

Körperliche Symptome werden manchmal falsch interpretiert oder man weiß nicht, was sie zu bedeuten haben. In vielen Fällen gibt es aber eine simple Erklärung: zu wenig Flüssigkeitsaufnahme. 

Hier sind die zehn häufigsten Symptome, die auf eine Wasserunterversorgung hindeuten können:

  1. Kopfschmerzen
  2. Trockener Mund
  3. Schwindelgefühl
  4. Dunkler Urin
  5. Konzentrationsschwäche
  6. Trockene Lippen
  7. Trockene Haut
  8. Kreislaufprobleme/-kollaps
  9. Muskelkrämpfe
  10. Müdigkeit/Abgeschlagenheit

Liegt eine deutliche Dehydrierung vor, sind die Beschwerden umso stärker. 

 

Leckere und gesunde Durstlöscher

Ein gesunder Durstlöscher muss gar nicht immer nur pures Wasser sein. Wasser ist zwar das Getränk Nummer 1, um den Durst zu stillen, allerdings ist es nicht jedermanns Geschmack.

Hier sind drei leckere Varianten für Abwechslung in Ihrem Trinkalltag. Viel Spaß beim Probieren. 

Infused Water: Dieses Getränk bietet sich an, um einfaches Leitungswasser aromatisch aufzupeppen, und dazu sieht es auch noch schöner aus: Füllen Sie eine Karaffe oder Ihre Flasche mit Wasser und seien Sie kreativ. Himbeeren, Brombeeren, Limetten, Ingwer, Orangen oder Minze. Sie können nehmen, worauf Sie Lust haben. Die Früchte lassen das Wasser leuchten und geben dazu ihr Aroma in den Geschmack.

Saftschorlen sind ein Klassiker. Sie sollten allerdings darauf achten, dass Sie mehr Mineralwasser im Verhältnis zum Saft nehmen, 1 Teil Saft und 2 bis 3 Teile Wasser. Saftschorlen können Sie aus jedem beliebigen Saft ganz leicht selber machen. Achten Sie darauf, Saft mit 100 % Fruchtanteil und ohne zusätzliche Süßungsmittel zu verwenden.

Teesorten wie Rooibos, Früchte und Kräuter eignen sich ebenfalls perfekt als Durstlöscher. Vor allem auch im Sommer. Schwarz- oder Grüntees sind dafür nicht so geeignet, da sie entwässernd wirken. Tee muss nicht heiß getrunken werden, aber er muss aufgekocht werden. Danach können Sie ihn auch kaltstellen und daraus leckeren Eistee machen.

 

Zubereitung: Zuerst die Teebeutel mit 1,5 Liter Wasser aufkochen. Lassen Sie diese nun 5-10 Minuten ziehen, sodass das Wasser eine schöne kräftige Farbe bekommt. Pressen Sie als Nächstes die Zitronen, fangen Sie mit einer an und probieren Sie den Tee erst mal. Für etwas Süße können Sie einen Löffel flüssigen Honig oder Agavendicksaft hinzufügen. Als Alternative eignet sich auch ein halbes Glas Apfelsaft.

 

Ob Wasser pur oder verfeinert – ganz egal. Hauptsache, Sie trinken, und zwar reichlich. Ihrem Körper tun Sie damit nur Gutes und schützen ihn vor Krankheiten. Ihr Aussehen bekommt mehr Frische und Sie fühlen sich rundum gut versorgt.

Ein kleiner Trick zum Schluss: Wenn Sie glauben, dass Sie heute genug getrunken haben, gönnen Sie sich noch ein Glas mehr. 




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Bild: istockphoto.com / SanneBerg, istockphoto.com / a_namenko

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